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Landeskunde
Türkei
Wohl kaum ein Land ist so reich an Geschichte wie
die Türkei. Heute ist die Türkei eine moderne Demokratie, in der
neben anderen Industriezweigen der Tourismus eine immer wichtigere
Rolle spielt. Kein Wunder, denn in der Türkei verbinden sich
Tradition und Zukunft, Gebirge und Meer, Großstädte und Dorfleben zu
einer einzigartigen Mischung, die Besucher aus der ganzen Welt
anzieht und begeistert.
Lage &
Geographie von der Türkei
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Gebirge
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Gewässer
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Meere
Durch ihre geografische Lage zwischen Schwarzmeer
und Mittelmeer ist die Türkei ein Korridor zwischen Asien und
Europa. Von den Europäern wurde sie immer als Tor betrachtet, das
sich zum Osten hin öffnet.
Das Land ist an drei Seiten von Wasser umschlossen.
Dies trug dazu bei, dass die Türkei seit jeher Beziehungen zu
Staaten in aller Welt unterhielt. Die insgesamt 8.272 km langen
Küsten und die spezielle Brückenfunktion des Landes mögen der Grund
für zahlreiche Völkerwanderungen und den Verlauf von Handelsstraßen
gewesen sein.
70.200 qkm des Landes, dessen Umrisse auf der
Landkarte fast ein Rechteck bilden, gehören zu “Kleinasien”, auch
“Anatolien” genannt. Dieses, wie eine Halbinsel anmutende Gebiet
liegt im Osten, die restlichen 24.378 qkm der Türkei befinden sich
im europäischen Teil auf der Balkanhalbinsel.
1941, beim ersten Geografen-Kongress in Ankara,
wurde das Land in sieben geografische Zonen eingeteilt. Das sind
einmal die Küstengebiete an Schwarzmeer, Marmarameer, Mittelmeer und
der Ägäis, ferner die im Landesinneren befindlichen Gebiete
Zentralanatolien, Ostanatolien und Südostanatolien.
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Gebirge
von der Türkei
In der Türkei sind Bergformationen vorherrschend,
zwischen denen man weite Hoch- und Tiefebenen sowie Täler findet.
Diese geografischen Bedingungen beeinflussen das Klima und die
Infrastruktur. Mit dem Fazit, dass in jeder der sieben Regionen eine
andere Flora, Fauna und Agrarkultur vorherrscht.
Im Norden und Süden ziehen sich Gebirgsketten die
gesamte Küste entlang, im Norden das nordanatolische Gebirge, im
Süden das Taurusgebirge. In der Ägäis und der Mittelmeerregion sind
die Gebirgsketten häufig unterbrochen, was zur Entstehung einiger
Täler beitrug. In Südostanatolien, etliche Kilometer von den
Ausläufern des Taurusgebirges entfernt, breiten sich große Ebenen
aus. In der Osttürkei befindet sich mit 5.137 m Höhe der höchste
Berg der Türkei, der Ararat.
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Gewässer
von der Türkei
Die meisten der zahlreichen türkischen Flüsse werden
zur Energiegewinnung genutzt. Die ostanatolischen Flüsse Euphrat und
Tigris münden in den Basra-Golf. 9.200 qkm der Landesfläche werden
von Seen eingenommen, von denen sich die meisten in Ostanatolien
befinden. Der mit 3.713 qkm größte See der Türkei ist der Van-See,
auf dem sogar Dampfer verkehren. Die größeren Seen in
Mittelanatolien sind seicht und salzig.
Für den internationalen Handels- und Schiffsverkehr
sind das Marmara-Binnenmeer mit seinen Meeresengen und das Schwarze
Meer wichtige Wasserstraßen. Das komplett innerhalb türkischer
Grenzen befindliche Marmara-Binnenmeer und der Bosporus öffnen sich
zum Schwarzmeer, während die Dardanellen eine Verbindung zum
Ägäischen Meer und zum Mittelmeer herstellen.
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Meere von
der Türkei
Das Schwarzmeer nimmt eine Oberfläche von 42.400 qkm
ein. Seine Küsten sind 1.695 km lang, die tiefste Stelle des Meeres
beträgt 2.244 m.
Der Landstrich am Schwarzmeer besteht zum größten
Teil aus Steilküste, die Wassertiefe fällt vom Ufer her rasch bis
auf 1.500 m ab. Geringe Verdunstung und viele Süßwasserzuflüsse
bewirken einen niedrigen Salzgehalt von 18 %, an Flussmündungen 15 -
16 %.
Das Marmarameer, ein kleines Binnenmeer, welches
Schwarzmeer und Mittelmeer miteinander verbindet, besitzt 189 km
Küste und eine Tiefe zwischen 760 und 3500 m. Der Salzgehalt des
Wassers in dieser Schwarzmeer-Mittelmeerverbindung beträgt 26 %.
Die tiefste Stelle des Ägäischen Meeres ist 1.000 m,
der Salzgehalt des Wassers beträgt 26 %.
Ein Teil des Mittelmeeres stößt an die Türkei. Die
Küste dort ist 1.577 km lang. Der Salzgehalt des Wassers beträgt im
Osten 39 %, im Westen 36 %.
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Geschichte
von Anatolia, Türkei
·
Das Paleolithikum
·
Das Neolithikum (8000-5000 v. Chr.)
·
Das Chalkolithikum (5000-3000 v.Chr.)
·
Die Bronzezeit (3000-2000 v. Chr.)
·
Die Troja 6-Kultur (1800-1275 v. Chr.)
·
Die Phrygische Zivilisation (750-300
v. Chr.)
·
Die Lydische, Karische und Lykische
Zivilisationen (700-300 v. Chr.)
·
Die Ionische Zivilisation (1050-300 v.
Chr.)
·
Die persische Vorherrschaft (545-333
v. Chr.)
·
Die Hellenistische Periode (333-30 v.
Chr.)
·
Die Römische Periode (30 v. Chr.-395
n. Chr.)
·
Die Byzantinische Ära (330 n.
Chr.-1453)
·
Die Seldschukische Zivilisation
(1071-1300 n. Chr.)
·
Das Osmanische Reich (1299-1923)
·
Die Türkische Republik
Das
Paleolithikum
Die mehr als 500.000 Jahre währende Eiszeit fiel in
diese prähistorische Periode, die auch in Anatolien ihre Spuren
hinterließ. Z. B. in den Höhlen Karain, Beldibi und Belbasi, die
gegen Ende der Eiszeit (20000-8000 v. Chr.) benutzt wurden.
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Das
Neolithikum (8000-5000 v. Chr.)
Zu dieser Zeit begannen Menschen, Siedlungen zu
errichten und Dinge anzufertigen. Aus dieser Zeit sind viele kleine
Siedlungen bekannt. Zwei für ihre Epoche sehr fortschrittliche
Siedlungen befinden sich in der Nähe des heutigen Konya, in Hacilar
und Catalhöyük.
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Das
Chalkolithikum (5000-3000 v.Chr.)
Während dieser Periode wurden viele Gegenstände aus
Kupfer hergestellt.
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Die
Bronzezeit (3000-2000 v. Chr.)
Als es gelang, aus der Verschmelzung von Kupfer,
Zink und Zinn die Legierung “Bronze” herzustellen, lebte Anatolien
auf. Die Stadt Troja 1 war das blühendste Zentrum. In der mittleren
Bronzezeit (2500-2000 v. Chr.) ließ sich die Hatti-Zivilisation in
Anatolien nieder.
In den Jahren 2500-700 v. Chr. nannte man Anatolien
auch Hatti-Land. Das Hatti-Volk hatte in Kunst, Kultur und
Geschäften einen ganz eigenen Stil. Das Volk findet auch Erwähnung
im Alten Testament, dort heißt es “Kheta”.
Die Hethiter, ein indio-europäisches Volk, gründeten
1750 ihren eigenen Staat in Anatolien. Mitte des 2. Jahrtausends v.
Chr. bestand das große hethitische Imperium, das sich die
Weltvormacht mit den Ägyptern teilte.
Ungefähr zeitgleich mit den Hethitern hatte sich in
Ostanatolien der Stamm der Mitanni niedergelassen, der sich mit
einer Sprache namens “Hurri” verständigte. Die gleiche Sprache wurde
auch später von den Urartäern benutzt.
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Die Troja
6-Kultur (1800-1275 v. Chr.)
Parallel zu den hethitischen Fürstentümern
entwickelte sich in der Nähe Canakkales ein Königreich, Troja 6
genannt. Homer hat in dem Ilias-Epos diesem Königreich ein
unsterbliches Denkmal gesetzt.
Die ägäische Völkerwanderung und Anatoliens
Besetzung durch die Balkanvölker um ca. 1200 v. Chr. löschten die
bestehenden Kulturen aus. In der Eisenzeit (1200-700 v. Chr.) waren
in Anatolien viele Völker vereinzelt ansässig. Die späten
hethitischen Fürstentümer stellten ein kultiviertes Volk dar,
welches im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. auf vielen Gebieten
wegweisend war.
Die Urartische Zivilisation blühte von 900 bis 600
v. Chr. Sie hatten sich in Ostanatolien, in der Nähe des Van-Sees,
niedergelassen. Die Urartäer waren bekannt für Minenabbau und
Bronzekunstwerke.
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Die
Phrygische Zivilisation (750-300 v. Chr.)
Die Phryger waren eines der Balkanvölker, die nach
der Zerstörung von Troja 6 ins Land drängten. 725-675 v. Chr.
vereinigte König Midas Mittel- und Südostanataloien zu einem
einflussreichen Königreich.
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Die
Lydische, Karische und Lykische Zivilisationen (700-300 v. Chr.)
Obwohl die Sprache der Lyder aus der
indioeuropäischen Sprachfamilie kommt, trägt sie doch einige
typische Merkmale des Anatolischen. Während man über die karische
Gesellschaft wenig weiß, haben die Lyker mit ihren großartigen
Felsgräbern im südwestlichen Anatolien der Nachwelt ein wertvolles
historisches Erbe hinterlassen.
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Die
Ionische Zivilisation (1050-300 v. Chr.)
Die Ionier, die 300 Jahre lang nur Landwirtschaft
betrieben, entwickelten sich erst 800 v. Chr. zu einer modernen
Gesellschaft und erlebten ihre Blütezeit in den Jahren 650-545 v.
Chr.
Ionische Philosophen legten die Grundsteine zu
Wissenschaften wie Mathematik, Philosophie, Geometrie und
Astronomie. Der Naturphilosoph Thales berechnete die
Sonnenfinsternis am 28. Mai 585 v. Chr. im Voraus. Damit hatte er
den ersten Schritt zu einer modernen wissenschaftlichen Forschung
getan.
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Die
Persische Vorherrschaft (545-333 v. Chr.)
Ab Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. bis 333 v.
Chr., als Alexander der Große bei der Schlacht von Issos die Perser
in die Flucht schlug, stand Anatolien unter der Herrschaft der
persischen Kultur.
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Die
Hellenistische Periode (333-30 v. Chr.)
Nach der Befreiung von den Persern erhielten viele
hellenistische Städte wieder ihre Unabhängigkeit, und die
anatolische Halbinsel nahm in der Weltkunstgeschichte wieder einen
Platz in den ersten Reihen ein.
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Die
Römische Periode (30 v. Chr.-395 n. Chr.)
Die Römer legten mit ihrer Baukultur eine große
technische Fertigkeit und immenses Ingenieurwissen an den Tag. Noch
heute sind viele der ehemaligen Städte zu besichtigen – selbst die
Ruinen vermitteln dem staunenden Touristen einen Eindruck der
damaligen Pracht.
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Die
Byzantinische Ära (330 n. Chr.-1453)
Die byzantinische Kunst entstand nach der römischen
Herrschaft in Anatolien. Die Stadt Konstantinopel, das heutige
Istanbul, war in den Jahren 330-565 n. Chr. eines der wichtigsten
Kunst- und Kulturzentren.
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Die
Seldschukische Zivilisation (1071-1300 n. Chr.)
Die seldschukische war die erste türkische
Zivilisation, die sich in Anatolien niederließ. Hatten frühere
Eroberer immer nur einen Teil des Gebietes besetzt, waren es zuerst
die Perser und später die Römer, die den Raum komplett besetzten und
ihrem Reich angliederten.
Wie zu römischen Zeiten hatten auch die Seldschuken
die verschiedenen Gebiete mit guten Straßen verbunden und zahlreiche
Brücken gebaut. Durchziehende Karawanen konnten in gut
ausgestatteten Karawansereien und Herbergen übernachten.
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Das
Osmanische Reich (1299-1923)
Die Osmanen waren 600 Jahre lang wegweisend in der
islamischen Welt.
Die osmanischen Architekten der vielen Mausoleen,
Medresen, Bibliotheken, Villen, Palästen, Bäder, Geschäftshäuser,
Brücken und Wasserleitungen waren nicht nur großartige Künstler,
sondern auch hervorragende Ingenieure.
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Die
Türkische Republik
Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges gab es keine
Imperien mehr. Unter der Führung von Mustafa Kemal Atatürk hatte man
die besetzten Zonen befreit, ein Parlament gegründet und in den
Lausanne-Verträgen die Türkei in ihren heutigen Grenzen bekannt
gemacht.
Am 9. September 1923 wurde die Republikanische
Volkspartei gegründet, deren erster Vorsitzender Mustafa Kemal
Atatürk war. Ziel der Partei war, das Land zu modernisieren und nach
westlichem Standard neu aufzubauen. Um dem Staat eine zeitgemäße
Form zu geben, wurde am 29. Oktober 1923 die Republik ausgerufen.
Einstimmig wurde Mustafa Kemal Atatürk zum ersten Staatsminister der
Türkei gewählt, welcher als ersten Ministerpräsidenten Ismet Inönü
einsetzte.
Vier Monate später wurden Angehörige des osmanischen
Adels des Landes verwiesen, da ihre Anwesenheit mit den Grundsätzen
einer Republik nicht mehr übereinstimmte. Andere Reformen folgten.
Auf dem Gebiet der Frauenrechte wurden wichtige Schritte in Richtung
Gleichberechtigung getan. Die Vielehe wurde veboten und eine
standesamtliche Hochzeit wurde Pflicht. Das Scheidungsrecht wurde
eingeführt. Die Frauen erhielten, lange vor vielen europäischen
Ländern, das Recht zu wählen und gewählt zu werden, z. B. 1930 ins
Stadtparlament, 1934 in den Ältestenrat der Dörfer und 1934 ins
Regierungsparlament.
Auf dem Gebiet der Sprache gab es eine Revolution:
Das Erziehungs- und Bildungsministerium ließ von Fachleuten ein
türkisches Alphabet mit lateinischen Schriftzeichen ausarbeiten, und
ein entsprechendes Gesetz zum Gebrauch der neuen Schrift wurde am 1.
November 1928 vom Parlament verabschiedet. 1931 wurden Gewicht- und
Längenmaße dem europäischem Standard angepasst.
Im Rahmen der Anstrengungen, einen modernen Staat zu
schaffen, wurde 1928 der Paragraf, der den Islam als Staatsreligion
nannte, aus den Grundgesetzen herausgenommen. 1937 wurde ergänzt,
dass der türkische Staat ein laizistischer Staat sei.
Als der dynamische, politisch einfühlsame und
geschickte Diplomat am 10 .November 1938 aus dem Leben schied,
hinterließ er eine Türkei im Aufbruch, ein Land dessen
Grundbausteine für eine Demokratie er gelegt hatte und das jetzt nur
noch in seinen Fußstapfen weiterzugehen hatte.
Nach Atatürks Tod wurde Ismet Inönü zum zweiten
Staatspräsidenten der jungen Republik gewählt. Die Folgen der
Weltwirtschaftskrise versuchte Inönü mit seiner Staatspolitik in
Grenzen zu halten. Sein größter politischer Erfolg war jedoch, die
Türkei aus dem Zweiten Weltkrieg herauszuhalten.
Die Studentenbewegungen der 68er, die von Frankreich
aus wellenartig um die ganze Welt liefen, waren natürlich auch in
der Türkei auf der Tagesordnung. Was anfänglich nur als eine
Protestbewegung gegen das Hochschul-System und die bestehende
Prüfungsordnung war, wandelte sich in einen ideologischen Kampf mit
politischen Inhalten.
In den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts hatten
wirtschaftliche Probleme in der Türkei überhand genommen.
Grundnahrungsmittel, Benzin und Propangas waren Mangelware geworden
– der Schwarzmarkt blühte. Die Demirel-Regierung reformierte Gesetze
und stärkte so die Wirtschaft.
Bemerkenswert während der Achtziger Jahre waren die
mutigen und resoluten Wirtschaftsreformen der Regierung Özal. Die
Türkei entwickelte sich von einem Importland zu einem Exportland.
Sie öffnete sich Europa. Gute Kontakte mit Mittelasien und Europa
verhalfen der Türkei zu einem Touristenboom und einem guten
Absatzmarkt für ihre Produkte.
Nach Auflösung der Sovjetunion formierte sich im
Juni 1992 die “Schwarzmeer-Wirtschaftsgemeinschaft”, deren
Mitglieder die Türkei, der Kaukasus, die Balkanländer und alle
anderen im Karadeniz-Becken befindlichen Völkergemeinschaften sind.
In den Neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde
die Türkei von Koalitionsregierungen in vielen Kombinationen
regiert. Diese demokratische Vielfalt ist ein weiterer Schritt auf
dem Weg in die Europäische Union.
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Sprache
Für 90% der Bevölkerung ist die Muttersprache
Türkisch. Nach Gründung der Republik führte Mustafa Kemal Atatürk
1928 das lateinische Alphabet ein, das die bis dato überwiegend
verwendete arabische Schrift ablöste. Das türkische Alphabet zählt
29 Buchstaben, von denen fünf Schriftzeichen ausschließlich im
Türkischen existieren. Auffällig an der türkischen Sprache ist der
unveränderliche Wortstamm, an den verschiedene Suffixe (Endungen)
angehängt werden.
Die Entwicklung der türkischen Schrift: Das alte
Türkisch (6.-10. Jahrhundert) wurde bei den Orhon- und
Yenisey-Inschriften sowie in uygurischen Texten verwendet.
In mittelalterlichem Türkisch (11.-15. Jahrhundert)
wurden die ersten islamischen Texte verfasst. Auch den türkischen
Dialekten, die in jener Zeit entstanden (anatolisches Türkisch,
Aserbeidschanisch und Türkmenisch), lag diese Schrift zugrunde.
Im 15.-20. Jahrhundert prägte das osmanische
Türkisch Schrift und Sprache.
Das moderne Türkisch (20. Jahrhundert bis heute)
enthält Elemente aller weltweit verbreiteten Turksprachen.
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Bevölkerung von der Türkei
Die Türkei hat rund 65 Millionen Einwohner. Die hohe
Wachstumsrate ist leicht rückläufig, zwischen 1990 und 1997 betrug
sie im Durchschnitt 1,5%. Einer Statistik von 1990 zufolge ist der
Anteil der männlichen Bevölkerung geringfügig höher als jener der
weiblichen, bemerkenswert ist der große Bevölkerungsanteil der
Jugendlichen. Aufgrund der hohen Landfluchtquote breiten sich die
Städte immer weiter aus. Die Marmararegion ist ein wichtiges Zentrum
für Industrie und Handel, hier herrscht die größte
Bevölkerungsdichte.
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Religion
In der Türkei besteht Religionsfreiheit. 99% der
türkischen Bevölkerung bekennen sich zum Islam. Die restlichen 1%
untergliedern sich überwiegend in Christen (Katholiken, Protestanten
und Orthodoxe) und Juden.
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Klima von
der Türkei
Die Türkei liegt im Süden der gemäßigten Klimazone.
Der Einfluss des subtropischen Mittelmeer-Klimas sorgt in der Regel
für trockene und heiße Sommer. Dennoch sind die klimatischen
Verhältnisse in den verschiedenen Regionen unterschiedlich:
Die
Mittelmeerregion von der Türkei
An der türkischen Südküste herrscht ein typisch
mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden,
regnerischen Wintern. Die angenehmen Wassertemperaturen ermöglichen
es, von Anfang Mai bis Ende Oktober im Mittelmeer zu baden. Die
Provinzen Burdur und Isparta am Taurus-Gebirge liegen im
klimatischen Übergangsgebiet zwischen Küstenregion und Binnenland.
Die
Ägäischeregion von der Türkei
In der Küstenregion herrscht ein mediterranes Klima,
während landeinwärts zunehmend das rauhere Kontinentalklima
dominiert. Badesaison ist von Juni bis September.
Die
Marmararegion von der Türkei
Mit etwas feuchteren Sommern als in der
Mittelmeerregion liegt die Badesaison am Marmarameer in den Monaten
Juni, Juli und August. Die kalten Winter sorgen für viel Frost und
sogar für Schnee.
Die
Schwarzmeerregion von der Türkei
Die zu jeder Jahreszeit niederschlagsreiche
Schwarzmeerregion unterteilt sich in drei Klimazonen: Während der
Osten (Trabzon und Rize) mit heißen Sommern und milden Wintern die
größte Niederschlagsmenge aufweist, regnet es im mittleren
Schwarzmeergebiet (Ordu) weniger, das Klima ist hier ähnlich dem der
Mittelmeerregion. Im Westen (Zonguldak und Sinop) regnet es
verhältnismäßig wenig, die Luftfeuchtigkeit ist niedrig. Badesaison
ist von Ende Juni bis Mitte August.
Mittelanatolien von der Türkei
Die Sommer sind milder als am Mittelmeer, die Winter
kalt. Frühling und Herbst sind die niederschlagsreichsten
Jahreszeiten.
Ostanatolien von der Türkei
Das kontinentale Klima dieser Region sorgt für lange
und verschneite Winter, die Sommertemperaturen sind niedriger als in
Südostanatolien.
Südostanatolien von der Türkei
In Südostanatolien herrscht ein Steppenklima mit
trockenen und heißen Sommern, die jedes Jahr Dürregefahr mit sich
bringen. zurück
Staatsform der Türkei
Die
Verfassung
Wie alle modernen demokratischen Staaten legt auch
die Türkische Republik Wert auf eine Trennung der staatlichen
Machtinstitutionen. Kein Staatsorgan steht über dem anderen. Das
Selbstbestimmungsrecht liegt in den Händen des Volkes, die Ausübung
ist dem Parlament übertragen.
1946 entwickelte sich die Türkei zu einem
Mehr-Parteien-Staat. 1961 wurde das erste unabhängige
Verfassungsgericht gegründet. Die Staatsorgane sind die Legislative,
die Exekutive und die Gerichtsbarkeit. Die gesetzgebende Gewalt
liegt beim Parlament. Für die Exekutive sind der Staatspräsident und
eine Kommission von Staatsministern zuständig. Die Gerichtsbarkeit
ist unabhängig von der Regierung.
Die
Legislative
550 Abgeordnete hat das türkische Parlament. Die
Abgeordneten werden alle fünf Jahre in freier, geheimer Wahl
gewählt. Jeder mindestens 18 Jahre alte Bürger, der seine schulische
Grundausbildung abgeschlossen hat, hat das Recht, zu wählen. Jeder
30-jährige Bürger, der seine schulische Grundausbildung
abgeschlossen hat, hat das Recht, gewählt zu werden. Die
Wahlvorgänge sind gesetzlich vorgeschrieben. Die Abgeordneten
vertreten das Volk und beschwören dies vor Antritt ihrer Amtsperiode
mit einem verfassungsrechtlich festgelegten Eid.
Die
Exekutive
Die Exekutive bilden der Staatspräsident und die
Ministerial-Gremien. Der Staatspräsident repräsentiert den
türkischen Staat an erster Stelle. Mit Antritt seiner siebenjährigen
Amtsperiode verzichtet er auf seine Parteizugehörigkeit. Niemand
kann zweimal zum Präsidenten gewählt werden.
Der Ministerpräsident und seine Minister bilden den
Ministerrat. Der Ministerpräsident wird auf Geheiß des
Staatspräsidenten aus der Mitte der Abgeordneten berufen. Die
Minister werden vom Ministerpräsidenten ausgewählt und vom
Staatspräsidenten eingesetzt.
Die
Gerichtsbarkeit
Gerichtliche Kompetenzen werden in der Türkei von
unabhängigen Gerichten und vom Obersten Gerichtshof in Anspruch
genommen. Laut Grundgesetz beruht die Gerichtsbarkeit im Interesse
des Rechtsstaates auf der Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit der
Richter und Gerichte. Die Verhandlungen sind, außer bei
Sonderfällen, öffentlich.
Die
Rechtsordnung
Die türkische Rechtsordnung wird in erster Linie
durch Verfassung, Gesetze und Durchführungsbestimmungen (Statuten,
Richtlinien und Erlasse) gesichert. Die ausführenden Organe haben
die Aufgabe, die bestehende Rechtsordnung aufrecht zu erhalten.
Zur Zeit der Republikgründung hatte man, um keine
Zeit zu verlieren, keine eigene Rechtsordnung aufgestellt, sondern
sie in großen Teilen von europäischen Modellen übernommen. Auch das
Strafgesetz richtet sich, genau wie die Verfassung, nach
internationalen Prinzipien. Niemand kann zum Beispiel im Nachhinein
für etwas bestraft werden, was zur Zeit der Tat nicht ungesetzlich
war – kein Richter kann das anders auslegen.
Staatliche Regierungs- und Verwaltungsformen
Die Legislative und Exekutive gehören zur zentralen
Staatsverwaltung. Die Türkei bietet Verwaltungsdienste jedoch nicht
nur zentral in der Hauptstadt an, sondern auch regional, durch vom
Volk gewählte Vertreter.
Die
Hauptstadt von der Türkei
Die Hauptstadt der Republik Türkei, (2,9 Mio.
Einwohner, 835-1000 Meter ü.d.M.), liegt im Übergangsbereich von
Zentralanatolien und dem Südpontus. Die Stadt liegt im anatolischen
Hochland und ist von einer hügeligen Berglandschaft umrahmt. Die um
das Stadtgebiet angelegten Stauseen dienen neben der
Wasserversorgung auch als Naherholungsgebiete.
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